Das wird an Ostern gefeiert
Gründonnerstag, Karfreitag oder Ostersonntag: Was an Ostern gefeiert wird, erklärt das Video.
Osterhasen und Osterfeuer kennt jeder Deutsche. In anderen Ländern wird Ostern jedoch verrückter und manchmal auch handfester gefeiert.
Berlin. Ostern gilt als das höchte Fest der Christenheit. Weltweit gedenken die verschiedenen christlichen Glaubensgemeinschaften der Kreuzigung sowie der Auferstehung Jesu Christi. Der christliche Inhalt des Osterfestes vermischt sich dabei mit alten heidnischen Traditionen. So geht das Wort "Ostern" möglicherweise auf den Namen einer germanischen Fruchtbarkeitsgöttin namens Eostrae zurück, deren Fest zu Beginn des Frühlings gefeiert wurde. Ostern wird in Deutschland zudem von vielen gesetzlichen Feiertagen geprägt. Mehr zum Thema: Alle Feiertage 2023 in Deutschland im Überblick
Auch der Osterhase und die Ostereier haben an Ostern keinen christlichen, sondern einen heidnischen Ursprung. In deutschsprachigen Ländern versteckt gemäß dem traditionellen Osterbrauch Meister Lampe bunt bemalte Eier und andere Ostersüßigkeiten, die dann von den Kindern an Ostersonntag gefunden werden müssen. Viele Arbeitnehmer können sich an Ostern zudem über ein verlängertes Wochenende freuen. Karfreitag und Ostermontag sind bundesweit gesetzliche Feiertage. Die Ostertage auf einen Blick:
Der Osterhase genießt nicht überalle einen guten Ruf. In Australien hat man ihn gleich ganz abgeschafft, was er seinen Verwandten, den Kaninchen, zu verdanken hat. Die wurden vor etwa 150 Jahren von europäischen Siedlern ins Land gebracht und vermehrten sich in der Folge so schnell, dass sie sich zu einer wahren Plage entwickelten. So übertrugen die Australier die Aufgaben des Osterhasen kurzerhand einem einheimischen Nasenbeutler, dem Bilby, der mit seinen langen Ohren ein wenig wie ein Hase aussieht.
Der Oster-Bilby hat sich Down Under mittlerweile zu einem echtren Star entwickelt. Oster-Bilbys aus Schokolade kann man zum Osterfest in den Läden kaufen, und in den Fußgängerzonen der australischen Städte verteilen Studenten in Bilby-Kostümen die Eier. Auch in anderen englischsprachigen Ländern wird das Osterfest etwas anders und mitunter etwas skurriler gefeiert.
So hält sich in Irland der Brauch des Heringsbegräbnisses. Da in dem einst streng katholischen Land während der Fastenzeit, die an Ostern endet, kein Fleisch, sondern höchstens Fisch gegessen werden durfte, war vor allem bei den Fleischern die Freude so groß, dass sie an Ostern symbolisch Heringe in der Erde verbuddelten. Der Brauch an Ostern hat sich bis zum heutigen Tag gehalten.
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In Schottland und in den Vereinigten Staaten gibt es derweil die Tradition des Easter Egg Roll. Am Ostersonntag versammeln sich in vielen Parks ganze Familienverbünde, um hartgekochte und bemalte Ostereier einen Hügel hinunterzurollen. Gewinner ist, wessen Ei die weiteste Strecke rollt und dabei unbeschadet bleibt. In den USA lädt sogar der US-Präsident jedes Jahr zum Easter Egg Roll für Kinder ein. Hierbei müssen sie ihre Ostereier auf dem Capitol Hill mit einer Art Löffel über den Rasen befördern.
Bei unseren östlichen Nachbarn Tschechien und Polen geht es an Ostern dagegen recht handfest zu. In Tschechien ist der Ostermontag auch als der Peitschen-Montag bekannt. Die Männer peitschen dabei mit Weidenzweigen auf die Beine der Frauen ein. Allerdings wird heutzutage eher gestreichelt als gepeitscht. Die Hiebe sollen Jugend und Gesundheit bringen. Die Damen bedanken sich dafür bei den Herren an Ostern dafür traditionell mit Schokolade und Schnaps.
In Polen werden an Ostern regelrechte Wasserschlachten veranstaltet. Der Brauch soll auf das Jahr 966 zurückgehen, als sich der damalige polnische Herrscher taufen ließ. Heute gehen die Polen am Ostermontag mit Wasserpistolen und gefüllten Wassereimern aufeinander los. Mitunter liefern sich sogar die Löschzüge der Feuerwehr spritzige Schlachten. Ostern jenseits der Oder-Neiße-Grenze ist in jedem Fall eine feucht-fröhliche Angelegenheit.
Bis vor einigen Jahren gab es auf der griechischen Insel Chios einen Osterbrauch, der eher an Silvester erinnert. Mitglieder zweier Kirchengemeinden beschossen sich über ein Tal hinweg mit selbstgebastelten Raketen. Die Tradition soll auf die Zeit zurückgehen, als die Insel von den Osmanen besetzt war und die Bewohner die Besatzer mit dem Feuerwerk verschrecken wollten. Im Jahr 2018 verboten die griechischen Behörden jedoch das Spektakel an Ostern. Es war ihnen einfach zu gefährlich geworden. (tok)